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Einem ganz besonderen "Hör-Spiel" lauschen diese acht und etwa zehn weitere Frauen und Männer auf der Dorfstraße. Es ist Neujahr, etwa 16.45 Uhr, und seit 16.30 Uhr können sie zunächst eine Melodie hören, die vom Turm der Christuskirche her erklingt, die dann - in einer anderen Klangfarbe, manchmal auch in einer anderen Tonhöhe, vom Turm der Jacobuskirche zu hören ist: "Glockenbeiern im Dialog" ist ein treffender Ausdruck für dies "Hör-Spiel". Vom Kirchturm der Jacobuskirche kann man seit vielen Jahren das Beiern der Glocken hören (zu drei Terminen; mehr: www.beiern.de); seit drei Jahren aber gehört es zur Neujahrstradition von Homberg, dass von beiden Kirchtürmen im Dialog gebeiert wird. Roland Bruckhaus, Carsten Bammert und Alexander Prinz sind es, die die Klöppel der "evangelischen Glocken" mit Hilfe von Seilen anschlagen; Peter Peiffer und Josef Pietron diejenigen, die die "katholischen Glocken" über ein
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Hebelklavier und Seilzüge zum Klingen bringen. Die Glocken haben jedenfalls schon begriffen, was Ökumene bedeuten kann: Die Klangfarbe ist anders, manchmal auch die Tonhöhe, aber die Melodie ist dieselbe... - und die Verschiedenheit der Wiedergabe derselben Melodie macht gerade den Reiz aus...
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An das Glockenbeiern schloss sich um 17.00 Uhr der ökumenische Neujahrsgottesdienst an; in diesem Jahr feierte man ihn in der Christuskirche. Leitwort für diesen Gottesdienst war die ev. Jahreslosung für 2010: "Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich" (Joh 14,1-2). PR Joachim Lenninghausen meditierte zu diesem Thema ein Bild von Uwe Appold; Pfr. Füsgen lud in seiner Predigt eindringlich zum Vertrauen in die Zukunft Gottes ein - gegen eine um sich oftmals um sich greifende, aber grundlose Angst vor dem kommenden Jahr. Am Ende standen Fürbitten, die Bitte um den Segen Gottes und das Lied von Dietrich Bonhoeffer, das er am 19. Dezember 1944 aus dem Kellergefängnis des Reichssicherheitshauptamtes an seine Verlobte schrieb - wenige Monate, bevor er im KZ Flossenbürg hingerichtet wurde. Das geschah am 9. April 1945, zwei Wochen, bevor der 2. Weltkrieg zu Ende ging und und die Alliierten die Nazis daran gehindert hätten...
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Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mich euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.
Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.
Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns geschaffen hast.
Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.
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Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört dir unser Leben ganz.
Laß warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.
Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so laß uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all deiner Kinder hohen Lobgesang.
Dietrich Bonhoeffer
Text und Melodie: EG 652
Zur Person von Dietrich Bonhoeffer
siehe auch z. B. den Wipedia-Artikel!
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St. Jacobus d. Ä, Ratingen-Homberg.
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