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DJ und Orgel

"Nacht der Sinne" - Offene Kirche St. Peter und Paul

Sie können die Bildchen größer sehen, wenn Sie darauf klicken!

Dreieinhalb Stunden in der Kirche, und keinen Moment Langeweile - dreihundert Besucher - Hören, Schauen, Schmecken, Riechen - Peter und Paul als Stätte der Begegnung von Alt und Jung, von Menschen, die eng und weniger eng mit der Kirche verbunden sind - eine neue Weise, Kunst, Musik und Glaubensgeschichte zu erleben - die christliche Botschaft auf neue und zugleich ur-katholische Weise: das war der Abend des 25. August, die "Nacht der Sinne", in unserer Pfarrkirche St. Pter und Paul. Kerstin Artz-Müskens, Ursula Theißen, Hans Müskens und Jochim Lenninghausen haben diesen Abend geplant und in großartiger Weise durchgeführt.

Hören: Es begann in der nur von wenigen Kerzen erhellten Kirche mit einem Schlagzeugsolo von Kay-Uwe Kirchert: ungewohnter Klang in der sonst durchaus klangverwöhnten Kirche. Pfarrer Bünnagel und Kerstin Artz-Müskens (rechts) begrüßten die Besucher des Abends und luden sie ein, nicht in den Bänken sitzen zu bleiben, sondern umherzugehen und sich dorthin zu bewegen, wo sie sehen oder hören wollten.

Sehen: Zunächst richtete sich der Blick auf die vier großen Kirchenfenster (links): das Petrusfenster (mit dem Netz) und das Auferste- hungsfenster zur Südseite hin und das Paulus- fenster und das Fenster der neuen Schöpfung zur Nordseite hin.

Von oben nach unten:Kay-Uwe Kirchert, Pfr. Bünnagel, Kerstin Artz-Müskens und Hans Müskens

Hans Müskens (rechts) führte in die Bildwelt der Fenster ein. Das Bild, das jeweils im Mittelpunkt der Betrachtung stand, wurde von außen angestrahlt, so dass seine Farben hell leuchteten - anders noch, als die Fenster tagsüber wirken. Zwischen den einzelnen Meditationen spielte Sabine Baron Geige (solo!), und Katharina Kreiß-Müskens sang - ebenfalls ohne jede Begleitung - : Minuten lauschender Stille in einer sonst bewegten Menge.

Die Kirchenfenster und ein Ausschnitt aus dem Fenster der neuen Schöpfung

Gegen 21.40 Uhr sagte Herr Lenninghausen die erste Pause an: Schmecken. Im Turm gab es Wein und kleine Häppchen zu essen.

Der zweite Teil des Abends

Nach der Pause waren - scheinbar wie durch ein Wunder, tatsächlich eher aufgrund perfekter und minutiöser Organisation - unzählige Kerzen angezündet, die die Wege durch die Kirche markierten und erleuchteten. Nach einer Stunde voller dichter Eindrücke brauchte es ein wenig Zeit zum Austausch, und so hatte Kerstin Artz-Müskens einige Mühe, die Menschen vom Eingangsbereich in die Kirche zurückzubitten. Es gelang mit Hilfe der Messdienerglocken und der Orgelimprovisation von Ansgar Wallenhorst. Wer wollte, konnte nun einen Rundgang durch die Kirche machen: durch die Michaelskapelle im Turm der Kirche (links im Bild) zunächst auf Orgelbühne. Dort bemühten sich vier Jungen der Schola, ein - stummes - Orgelstück für acht Hände und Füße zu spielen... Von hier oben sah man, wieviele Gruppen in Kirche unterwegs waren, zu sehen, zu hören - und auch zu riechen: am Altar war eine Schale mit Weihrauch aufgestellt. Die Sakristei und die Marienkapelle waren weitere Stationen.

Die Bilder hierüber, teils von der Orgelbühne aus, teils von unten aufgenommen, zeigen den Chorraum, wo Herr Lenninghausen die Schöpfungs- geschichte vorlas und Bilder dazu zeigte. Viele werden die Fußbodenmosaiken mit Szenen der Schöpfungsgeschichte zum ersten Mal gesehen haben. Im Netz sind die Mosaiken zu sehen auf der Website von Peter und Paul zu sehen (-> Fotoalbum -> Fenster, Skulpturen und Mosaiken). - Rechts die Marienkapelle.

Beendete wurde dieser Teil des Abends mit dem "Magnificat", einem Gesang aus dem kirchlichen Abendgebet: "Meine Seele preist die Größe des Herrn". Die Jungenschola sang es, im Wechsel mit sich selbst: Zuerst hörte man es in der Kirche von "irgendwoher" (aus der Sakristei? von draußen? aus der Michaelskapelle?), dann aber zogen die Jungen in die Kirche ein: die älteren in den Chorraum, um von dort zu singen; die jüngeren gingen auf die Orgelbühne und bekamen ihre Einsätze vom Kantor. Ein wunderbarer Abschluss des zweiten Teils, und zugleich ein Abendgebet für manche, die gegen 23.00 Uhr nun doch nach Hause wollten. – Eine zweite Pause folgte.

Der dritte Teil: Orgel, Schlagzeug und DJ

Wer aber blieb, wurde reich beschenkt: Orgel und DJ waren angesagt; Orgel (Ansgar Wallenhorst) und DJ (Alexander Bös) und Schlagzeug (Kay-Uwe Kirchert) wurden es.

"Tibet Project", "Respect" und "Funky Sensation" hießen die Stücke, die gespielt wurden - scheinbar leicht und wie selbstverständlich - , doch wer das Spiel auf der Orgelbühne verfolgen konnte, spürte, wie konzentriert die Musiker sich anschauen, aufeinander hören (... und Geschmack aneinander finden...) mussten, damit ein solches Spiel, musikalische Welten überbrückend, gelingen konnte. Vielleicht geben die Fotos einen kleinen Eindruck davon wieder.

Die Menschen in der Kirche waren begeistert. Nicht nur auf der Orgelbühne, auch im Kirchenraum standen die Menschen fasziniert und lauschten - junge Leute, aber auch Frauen und Männer im Alter des Berichterstatters (und der ist über sechzig...). Brausender Beifall wurde mit einer Zugabe belohnt.

Das schönste Geschenk dieses Abends war der Abend selber - vom Anfang bis zum Ende - von der Idee bis zur Durchführung - von der Meditation der Fenster bis zum Crossover von Orgel, DJ und Schlagzeug. Das zweitschönste Geschenk für den Chronisten aber war, dass das Vorbereitungsteam offenbar erwägt, anderen Gemeinden unserer Pfarrei zu helfen, die Idee dieses Abends in ihrer Kirche umzusetzen, mit ihren Mitgliedern und ihren Mitteln. In Homberg gibt es bestimmt Manche, die eine solche Idee gern aufgreifen werden...

Bilder und Text: Josef Pietron

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